Der verzweifelte Dieb

Die Stadt Titania hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Einstmals blühten hier Glücksspiel und Illusionsmagie. Reisende aus ganz Relegatia brachten Gold in die Stadt, in der Hoffnung, sie wieder als gemachter Mann zu verlassen.
Aus diese Zeit stammt auch das Stadion, ein imposanter Bau aus grob behauenem Fels, in dessen Rund sich eine sandige Arena befindet, die von längst vergangenen Kämpfen zeugt. Wer oder was sich damals duelliert hat, ist längst in Vergessenheit geraten, denn schon vor Jahrhunderten hat Karn Titania erobert und seinem jungen Imperium einverleibt. Von Freude und Spiel hielt er wenig, weswegen er die Stadt nach seinen Wünschen umgestaltete. Das einzige was noch übrig geblieben ist, ist das alte Stadion, das wie ein schlafender Gigant im Zentrum der Stadt aufragt und mit der Zeit der Anlass für allerlei geheimnisvolle Gerüchte geworden ist.
Doch die Ruhe ist zu Ende, denn der Stadthalter von Titania hat beschlossen, das Gebäude noch ein weiteres Mal zu öffnen und darin ein Turnier abzuhalten, wie die Stadt es seit Generationen nicht erlebt hat. Als Siegpreis hat er den Titel eines Generals ausgelobt, ein respektabler Posten, der in Friedenszeiten eher für ein üppiges Gehalt als für Schlacht und Tod steht.
Viele reisen in die Hauptstadt der Kolonie, um ihr Glück im Kampf zu versuchen. Die meisten sind Glücksritter, auf der Suche nach Ruhm und Geld. Doch einige nehmen aus anderen Gründen teil: Rache, Blutdurst, politischen Intrigen, Liebe oder dem Wunsch nach einem ehrenvollen Tod.
Du allerdings hast viele profanere Beweggründe. Bis über beide Ohren verschuldet hast du in deiner Teilnahme buchstäblich die letzte Möglichkeit gesehen, deine Haut zu retten. Denn ob dich dein Schicksal durch die Hand eines Kämpfers oder deine Gläubiger ereilt, kann dir letztendlich egal sein.
Du bist Phyrax, ein gescheiterter Dieb, der den Fehler gemacht hat, in Kreisen zu verkehren, die für gewöhnlich keine Fehler dulden.
Dein erster Kampf steht unmittelbar bevor, doch als du deinen Gegner erblickst, wird dir klar, dass dein Leben so gut wie vorüber ist.

Aller Anfang ist leicht

In diesem kleinen Rollenspielbuch ist es am geneigten Leser, in die Rolle des Phyrax zu schlüpfen und die Geschichte zu einem guten Ende zu bringen. Alles, was er für diese Reise benötigt, sind ein Bleistift, ein paar Würfel und etwas Phantasie.
Phyrax ist mit 50 Paragraphen nicht sehr umfangreich und bietet vielleicht gerade deswegen einen guten Einstieg in das Genre der Rollenspielbücher. Die Regeln sind bewusst einfacher gehalten, um es dem Spieler zu ermöglichen, ohne komplexes Werteauswürfeln ins Spiel zu starten.
Wer nicht gerne würfelt, sondern stattdessen lieber zuhört, kann Phyrax auch als Hörbuch spielen.

Über

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